Spätherbst in Venedig

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Ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, mit Anspielungen zu Venedig.

(I) Nun treibt die Stadt schon nicht mehr wie ein Köder,
der alle aufgetauten Tage fängt.
Die gläsernen Paläste klingen spröder
an deinen Blick. Und aus den Gärten hängt

(I) der Sommer wie ein Haufen Marionetten
kopfüber, müde, taumelnd, umgebracht
Aber vom Grund aus alten Waldskeletten
steigt Willen auf : sollte über Nacht

(II)der General des Meeres die Galeeren
verdoppeln in dem wachen Arsenal,
um schon die nächste Morgenluft zu teeren

(II) mit einer Flotte, welche ruderschlagend
den grossen Wind hat, strahlend und fatal.
sich drängt und jäh, mit allen Flaggen tagend

überragend, tragend, klagend, plagend, sagend

2 Kommentare zu „Spätherbst in Venedig“

  1. Avatar von Dr. Hans Wolfgang Schneider
    Dr. Hans Wolfgang Schneider

    Das harmlose Liedchen hat mit dem wuchtigen, spannungsgeladenen Text von Rilke und seiner Kunst, die strenge Form des Sonetts so genial aufzubrechend und zu überspielen nicht viel gemein. Wie kommt Herr Zurfluh außerdem dazu, den Text auch noch zu verändern und zu erweitern?
    Und warum singt er nicht die in Noten, die er vorher aufgeschrieben hat?
    Für mich eine ziemlich schlappe und absolut unangemessene Verarbeitung eines genialen Gedichts.

    1. Avatar von stephan
      stephan

      Gerne besser machen

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